Reinigungs- und Pflegehinweise

Der Plattenleger, als Kenner und Fachmann seiner Materie, verwendet nach dem Verlegen und Ausfugen der Platten zum Entfernen von Zementrückständen oder Zementschleiern in der Bauschlussreinigung so genannte Zementschleier-Entferner auf der Basis von Sulfamin- oder anderen Säuren. Der Fachmann weiss diese fachgemäss anzuwenden, ohne der Bodenoberfläche zu schaden. Er weiss darüber hinaus, wie diese nicht ganz ungefährlichen Säuren korrekt entsorgt werden müssen.

Einige der Steinbeläge werden durch eine nachträgliche Oberflächenbehandlung (Kristallisation oder Imprägnierung) oder durch die Auswahl der richtigen Reinigung- und Pflegeprodukte wesentlich tritt- und gleitsicherer sowie weniger schmutzaufnahmefähig.


Grossmutters Schmierseife

Fragt der Laie einen Bodenfachmann, wie und mit welchen Produkten ein Bodenbelag zu reinigen sei, bekommt er oft die Antwort: «Am besten verwenden Sie ganz einfach Schmierseife und Wasser».

Eines ist dabei sicher: Damit werden in der Regel sicher keine Schäden am neuen Fussbodenbelag entstehen. Diese veraltete Art der Reinigung ist aber ökologisch nicht ganz unbedenklich. Schmierseife ist eine Lauge, und somit im Abwasser nur erschwert abbaubar. Ausserdem neigen solche Produkte je nach Bodenbelagsoberfläche auch zu störender «Putzschlierenbildung». Unter dem Begriff Schmierseifen sind heute auch Seifenreiniger erhältlich, die mit der Schmierseife aus Grossmutters Zeiten nichts mehr gemeinsam haben. Solche Produkte werden heute fast ausschliesslich auf synthetischer Seifenbasis hergestellt.

Hinsichtlich einfacher Reinigung und Pflege, Verhinderung einer raschen Wiederanschmutzung und auch der Unfall- und Gleitgefahr steht Schmierseife nicht bei allen Steinbelägen als Meister da.


Reinigen

Die Reinigung von Natur- oder Kunststeinbelägen erfolgt je nach Verschmutzung der Beläge durch einfaches Wischen mit einem Besen oder durch Feucht- und Nasswischen mit einem dafür geeigneten Handgerät (Wischmops). Bei grösseren Flächen, mit Maschinen (Reinigungsautomaten) unter Zusatz von Reinigungsprodukten auf Seifen- oder Alkoholbasis.

Vermehrt werden heute aber im Fachhandel immer mehr auch Wischpflegemittel oder Produkte mit der Bezeichnung «Steinpflege» angeboten, die den Bodenbelag auch pflegen und nachhaltig schützen.


Unterschiedliche Behandlung

Steinbodenbeläge sind in ihrer Oberfläche sehr unterschiedlich und daher auch unterschiedlich zu reinigen und zu behandeln. Oberflächen-Beschaffenheit, Formgebung und Farbe der Bodenplatten sollten schon dem späteren Verwendungszweck entsprechend ausgewählt werden. So gelangen in Eingangsbereichen (Nassbereiche) häufig Bodenplatten mit sandgestrahlter, gesägter, geschurter oder gebrochener Oberfläche zum Einsatz. Im Innen- und Wohnbereich werden meist Bodenplatten mit geschliffener oder polierter Oberfläche verlegt.

Ein oberflächlich rauer Stein ist tritt- und auch gleitsicherer, aber wegen seiner rauen Struktur auch schmutzaufnahmefähiger und deshalb schlechter zu reinigen. Dagegen ist ein geschliffener oder polierter Stein nicht so tritt- und rutschsicher, aber wesentlich einfacher zu reinigen.

Grundsätzlich kann man alle Steinbodenbeläge in zwei Gruppen einteilen.

Raue Platten
Die durch die Herstellung eine poröse Oberfläche erhalten, und solche, die bei der Gewinnung gebrochen, gesägt oder gehauen werden.

Platten
Die nach der Gewinnung entweder geschliffen oder poliert werden, und solche mit einer Oberflächenglasur.

Selbst nach einer Bauschlussreinigung ist es ratsam, poröse Platten durch den Fachmann imprägnieren oder behandeln zu lassen.


Nützliche Tipps

Steinbeläge mit einer porösen oder rauen Oberfläche können mit einem neutralen Reiniger oder einer modernen Wischpflege einfach und problemlos gereinigt werden. Bei Steinbelägen mit einer feinen oder glasierten Oberfläche tut man das am besten mit einem Alkoholreiniger oder einem Steinpflegeprodukt.

Moderne Wischpflegemittel sind äusserst sparsam, schmutzabweisend und besitzen wertvolle Pflegesubstanzen, die einen Natursteinboden nicht auslaugen, sondern nähren. Alkoholreiniger und moderne Steinpflegemittel haben den grossen Vorteil, dass sie schnell und schlierenfrei abtrocknen, schmutzabweisend und rutschhemmend sind. Schwarze Absatzstriche oder Fettflecken lassen sich am besten mit Cleanermittel entfernen. Bei der Reinigung von Bodenbelägen aus Kalkgestein sollte unbedingt auf saure Produkte verzichtet werden. Kommt bei grösseren Flächen eine Maschine zum Einsatz, sind Tragfähigkeit und mechanische Empfindlichkeit der zu reinigenden Platten unbedingt zu beachten.


Unterhalt und Pflege von Steinbodenbelägen

Nach erfolgter Bauschlussreinigung ist gerade bei saugfähigen Bodenbelägen unbedingt vor deren Nutzung abzuklären, ob der verlegte Bodenbelag bereits mit einer Schutzbehandlung versehen ist! Ist dies nicht der Fall, muss der Bodenbelag durch einen Fachmann mit einer Tiefenimprägnierung (Kapillarimprägnierung) versehen und anschliessend mit einer Erstpflege behandelt und geschützt werden. Einmal eingedrungene Verunreinigungen sind nur schwerlich zu entfernen und sind oft auch mit hohen Kosten verbunden. Ausserdem ist ein richtig geschützter und eingepflegter Steinbodenbelag auch wesentlich besser und einfacher zu reinigen.

Im Aussenbereich empfiehlt sich eine Kapillarimprägnierung mit Algen- und Schmutzstopp, damit auch in diesen Bereichen der stolze Besitzer über lange Zeit hin viel Freude an seinem einzigartigen Bodenbelag behält. Diese Imprägnierungsmittel eignen sich auch hervorragend zur Behandlung von Sitzbänken, Wandabdeckungen, Gartenplatten oder Dekorationsgegenständen.


Geräte, Maschinen und Produkte

Zwecks Bestimmung der geeigneten Reinigungsgeräte oder Maschinen sowie der richtigen Reinigungsprodukte und der richtigen Pflege, bedarf es einer individuellen Beratung durch den Fachmann. Grundsätzlich wird er Folgendes empfehlen: Vergessen Sie Schrubber und Putzlappen, ebenso Schmierseife und sonstige nicht auf den Natursteinboden abgestimmte Reinigungsprodukte.